Die Bonner*innen entschieden sich mit knapp 40% der Stimmen für Mareike Fallwickls »Die Wut, die bleibt«. In 2025 wuchs das Programm um das BLEB-Projekt weiter: Bevor die Abschlusslesung inkl. Signierstunde mit der Autorin in der Bundeskunsthalle stattfand, gab es Angebote wie das Regiegespräch sowie einen Theaterworkshop zur Inszenierung von »Die Wut, die bleibt«, Diskussionsrunden in verschiedenen Literaturkreisen, Vorträge, Kurse u.v.m. Auch die Wanderbücher machten wieder ihre Runde.
Zum Buch: »Die Wut, die bleibt«
Mareike Fallwickl skizziert in diesem feministischen Roman auf drastische Weise, was geschieht, wenn eine erschöpfte Mutter aufgibt, beschreibt die Lücken, die sie hinterlässt und die weibliche Wut, die bleibt. Sie seziert Tabuthemen, veraltete Rollenbilder und legt den Finger in die klaffenden Wunden unserer Gesellschaft.
Helene, Mutter von drei Kindern, steht beim Abendessen auf, geht zum Balkon und stürzt sich ohne ein Wort in den Tod. Die Familie ist im Schockzustand. Plötzlich fehlt ihnen alles, was sie bisher zusammengehalten hat: Liebe, Fürsorge, Sicherheit.
Helenes beste Freundin Sarah, die Helene ihrer Familie wegen zugleich beneidet und bemitleidet hat, wird in den Strudel der Trauer und des Chaos gezogen. Lola, die älteste Tochter von Helene, sucht nach einer Möglichkeit, mit ihren Emotionen fertigzuwerden, und konzentriert sich auf das Gefühl, das am stärksten ist: Wut.
Zur Autorin: Mareike Fallwickl
Mareike Fallwickl debütierte 2018 mit Dunkelgrün fast schwarz, 2019 folgte Das Licht ist hier viel heller. Die Wut, die bleibt (2022) war ein großer Erfolg bei Presse und Publikum, kam bei den Salzburger Festspielen auf die Bühne und wird fürs Kino verfilmt. Und alle so still (2024) gelangte in die Top 10 der SPIEGEL-Bestsellerliste und wird ebenfalls an verschiedenen Theatern inszeniert. Mareike Fallwickl lebt im Salzburger Land und setzt sich online wie offline für Literaturvermittlung ein, mit Fokus auf weiblichen und diversen Erzählstimmen.
Stimmen aus dem Online-Voting:
„Das Buch ist mir schon ein paar Mal begegnet und ich fand die Geschichte immer schon spannend, konnte mich aber alleine nicht motivieren, das Buch zu lesen. Mit vielen Menschen gemeinsam würde ich es aber sehr gerne tun.“
„Fatma Aydemir hat in klarer Sprache anhand einer Familiengeschichte viele wichtige Aspekte der identitätspolitischen Debatten in Deutschland aufgegriffen und verständlich gemacht. Diese Realität einer türkischen Familie kann auch Leserinnen und Leser der deutschen Mainstream-Gesellschaft berühren.“
„Klingt interessant. Wurde mir schon von anderen Leser*innen sehr empfohlen. Gibt die Möglichkeit, mehr über eine andere Lebenswirklichkeit als meine eigene, zu erfahren . Bietet gute Möglichkeiten, Bonner*innen mit unterschiedlichen Wurzeln ins Gespräch zu bringen.“
„Mich hat das Satzteil „sechs grundverschiedene Menschen, die zufällig miteinander verwandt sind“ gepackt. Es wird so viel von Familie erwartet. Aber manchmal verbindet Familienmitglieder nur der Zufall. Reicht das?“


